30 Oktober 2006

Autobahn-kaffee

Nachts – Autobahn – die A3 mal ohne Stau. Ich sitze in einer Esso-Tanke, seit einer Woche sind die Aschenbecher von der rechten Seite weg, »is hier getrennt« - sagt der Tankwart: »Raucher und Nichtraucher«. Ein Meter Abstand, aber irgendwo müssen Grenzen gezogen werden. Ich trinke meinen Kaffee - alleine. Die meisten nehmen »Coffee to go«, steigen mit dem Trank in den LKW und fahren weiter. Tschibo Kaffee verkündet die Werbung. Habe letztens noch gehört, dass Tschibo ganz wunderbar röstet und sich sehr viel Mühe gibt. Na ja, habe schon schlechteren Kaffee getrunken und für ne Raststätte ist er ganz in Ordnung. Ich liebe Raststätten und irgendwie würde mich ein Kaffee mit Qualität wundern. Wobei ich glaube, dass es einfach daran liegt, dass es schnell und frisch gehen muss. Manchmal wäre eine Thermokanne – auch wenn sie für einen Kaffee den Tod bedeutet – eine bessere Alternative als diese Hightech Geräte, der WMF und Co Generation. Es hätte wieder was persönliches, würde wieder die Liebe der Zubereitung erhalten. Heute ist es nur noch ein anonymer Knopfdruck, fremdbestimmt und immer gleich schlecht. Outgesourcte Spezialitäten.
Warum sind die Menschen und ihre Angebote so fremdbestimmt. Warum nicht ein selber gebackener Keks? Warum immer die sportliche Ritterschoko oder Lila Pause? Warum ein Lotus Karamellgebäck? Zerkrümelt in Plastikmantel? Ich glaube der Kaffee ist ein Spiegel der Gesellschaft. Und diese Tasse? Wunderschön oder? Nichts lenkt vom Kaffee dank der gekonnten Schlichtheit ab. Von der zeitlosen Eleganz wird ohne umstände in den kulinarischen Mundwinkel gespült. Kein Werkzeug wie Löffel ist nötig für diesen Spitzengenuss.

Krankenhaus Kiosk

Irgendwo in einem Krankenhaus in Köln. Ein kleiner Kiosk, Schiebefenster aus Glas, hinter der Theke steht eine hübsche junge Frau – telephoniert. Vor mir eine Dame, um die dreißig, wartet auf das Ende des Gesprächs. Warten – telephonieren – Blickkontakt - »du, ich muss Schluss machen, Kunden, ja, tschö«. Sie schaut fragend aus dem Fenster. Die Kundin bestellt ein Brötchen für den Mittag. »Einfach?« »Was ist denn bitte nicht einfach« »Na mit Körnern oder so – Mohn, Sesam,...« »Ach so, dann bitte mit Körnern« »Zwei« »Nein, nur eins« »Zwei Euro«. Die Kundin zahlt, scheint überrascht über die Verkäuferin, geht. Ich bin dran. Scheinbar geht es bei Männern leichter. Ich bekomme meinen Kaffee. Er schmeckt stark, alt, bitter, verbrannt. War auch nur eine halbe Tasse, Rest aus der Kanne, ich soll in drei Minuten noch mal kommen, dann gibt es frischen. Ich trinke und warte meine drei Minuten. Dann gibt es eine zweite Tasse. Diesmal ist der Kaffee heiß, schmeckt der Kaffee stark, bitter, verbrannt. Immerhin. Was soll man auch von einem Krankenhaus erwarten. Hier, wo das Leben gerettet wird, wie soll hier noch Platz für guten Kaffee sein?

15 Oktober 2006

Schlechte Idee: Kaffee im Mosel - Cafe

Wer in den Dschungel fährt sucht und sieht keine Eisbären – und genauso darf man natürlich nicht erwarten an der Mosel guten Kaffee zu bekommen. Daher ist meine Erwartung gänzlich erfüllt worden.

Schlechten Kaffee gab es zwischen Eifel und Hundsrück eigentlich überall. Es ist erschreckend wie wenig sich die Leute zutrauen vernünftigen Kaffee zu machen. Überall stehen heute Maschinen herum und brühen, pressen oder kochen die braune Brühe in Tassen- oder Kännchenportion. Warum wagt nicht einmal jemand – wenn er schon keine Cafe-Bar eröffnet sondern eine Konditorei oder was auch immer – das Angebot zu reduzieren, nicht diese Modegetränke wie Latte Macciato, Cappuccino und Co anzubieten sondern einfach frischen Bohnenkaffee mit – vielleicht heißer Milch oder Sahne. Vielleicht würde dann eine neue Geschmacksgeneration heranwachsen.

Aber leider ist es nirgends so und an der Mosel ganz sicher nicht anders. Unendlich viele Touristen trinken hier ihren Wein – der ist ja zum Teil ganz wunderbar – und feiern bis spät in die Nacht bei WDR4 Schunkelmusik und lautem Gegöhle was auch immer.

Wobei die Klapperburg als Cafe mit ausgezeichnetem Kuchen erwähnt werden muss. Hier ist - wenn man einmal einen Sitzplatz ergattert hat - eine fast wohnzimmerhafte Athmosphäre, das Personal ausgesprochen freundlich und man könnte bei guten Freunden sein. Also, wer in Beilstein weilt, der wird (wenn er das besondere und volle Gemütlichkeitsprogramm liebt) in der Klapperburg mit historischer Kaffeemühlensammlung voll auf seine Kosten kommen.

Ich hatte wunderbare Nächte in meinem Auto, irgendwie ist es schön so zu schlafen. Es ist eine Möglichkeit zu spüren und in wesentlichen Abschnitten weiter zu kommen. Immerhin habe ich so heute meine Wohnung von fünf Kisten Büchern befreit. Weitere werden folgen. Ich hoffe in zwei Monaten nur noch wirklich Dinge zu haben, die ich gebrauche. Und dann kann ich fort. Wohin auch immer. Aber das alles hat hier eigentlich nix zu suchen. Und da es ja Thema Kaffee ist, kann ich nicht mehr berichten. Wie gesagt: Kuchen gibt es an der Mosel viel und gut. Kaffee ist überall schrecklich – von zwei Privatpersonen mal abgesehen (danke Steffi für den Frensh Press) und man sollte lieber Wein trinken.

Wenn man auf das Photo schaut sieht man: ein normaler Standart-Cappuccino, zerfressener Milchschaum, Keks von Lotus am Rand und Klapperdeckchen von Tchibo-Kaffee. Wohl bekomms.

Guten Riesling findet man an der Mosel z.B. in Valwig (in der Nähe von Cochem) bei Rudi Steuer. (
www.weingut-steuer.de). Nett freundlich und gute Unterkunft mit Frühstück. Der Kaffee von Margarete - der frische für mich - war sehr gut.

11 Oktober 2006

Oh welch ein Ausfluss -

da schlagt das Herz eines Kaffeetrinkers höher (Die Damenwelt denkt beim Wort Ausfluss ja anders - aber das ist egal). Heute Nacht schien der Mond durch mein Fenster, ein halber abnehmender Mond der so stark in das Zimmer leuchtet, dass ich schon um 4:00 Uhr wach war. Was ist da passender, als direkt zur Espressomaschine zu tapsen, den Hebel umzulegen und dem Rauschen - Pumpen - Zischen des Beulers zu lauschen. Langsam wärmt sich die Brühgruppe auf. Dann endlich nach 20 Minuten die große Vereinigung: Kaffeemehl, Wasserdruck, Anpressdruck und schöne warme Espressotassen. Fett fließt die Crema in die Tässchen, bildet der dichte, goldbraunen Schaum eine feste Schicht auf dem Kaffeespiegel. Schutz und Kostbarkeit zugleich.

Ich habe noch Stunden Zeit, bevor mein Wecker mich heute vergeblich versucht zu ärgern. Stunden alleine mit Genuss von Cantuccini und dem wandernden Mond. Für alle, denen es an dem perfekten Espresso zu Hause fehlt, hier ein Keksrezept für Cantuccinis (weniger ist manchmal besser als nix)

Zutaten:

170 g geschälte Mandeln
250 g Mehl, 200 g Zucker
1 TL Backpulver
Mark v. 1 Vanilleschote
1 Msp. gem.Kardamom
1 Msp. gem. Zimt / Nelken
1 Msp. gem. Sternanis
Salz, 2 Eier
1 EL Amaretto
25 g weiche Butter

Zubereitung:

  • Mehl, Backpulver, Zucker, Vanillemark, Kardamom, Zimt, Sternanis, Nelken und 1 Prise Salz in einer Schüssel mischen.
  • Amaretto, Butter und Eier zugeben und mit einem Knethaken rasch zu einem glatten Teig verkneten. Die Mandeln zugeben, gut unterkneten und zu einer Kugel formen. In Klarsichtfolie eingewickelt, ca ½ Std. in den Kühlschrank stellen.
  • Den Teig in 5 Stücke schneiden. Jedes Stück zu einer 25 cm langen Rolle formen. Ein Backblech mit Backpapier belegen. Die Teigrollen mit Abstand darauf legen. Im vorgeheizten Backofen bei 190 Grad 15 Min. vorbacken. Abkühlen lassen und mit einem Sägemesser schräg in 1 cm dicke Stücke schneiden.
  • Kekse mit einer Schnittfläche auf das Backblech legen und noch einmal bei 180 Grad ca. 8-10 Min. goldbraun backen.
  • Die Kekse auskühlen lassen und in einer Blechdose (nicht Luftdicht) aufbewahren.
Zubereitungszeit: 50 Min.

10 Oktober 2006

Der Morgenkaffee

Der Morgenduft

Irgendwann an einem Sonntag ist es einfach zu kalt in der Wohnung, um weiter unter der Sommerdecke zu liegen. Ein wenig vom Zittern geweckt - hatte meine Arme draussen liegen lassen - rappel ich mich auf. Ein High-light des Tages wartet: Super leckerer Kaffee aus einem Transfair Projekt. French-Press Kaffee.

Schlurfen in die Küche, Beutel aufreißen - welch ein Stielbruch, kein Mahlen, aber so war das Werbegeschenk halt, welches es bei der Lesung »der Duft des Kaffees« in Bonn gab.

Und dieser Kaffee duftet. Wunderbar, ein Auge ist wach. Die Hände wärmen sich wie das Wasser im Kessel an der Gasflamme des Herdes, leben kommt in den Körper. Dann der Aufguss, Milcheinguß und schlurfen zum Tisch. Der erste Schluck. Beide Augen wach aber von der Verzückung wieder geschlossen. Es ist schön morgens verfrohren etwas heißes zu trinken. Und es ist schön, das es keine Biersuppe ist.

Sitzen, genießen und langsam die kälte der Nacht aus den Gliedern jagen.

INFO: Im März 2002 wurde der fair gehandelte und ökologisch angebaute „Bonn Café“ erstmalig angeboten. Es ist ein 100% Arabika-Mix und ein Teil der »Rheinischen Affaire« einem Zusammenschluß von Städten und Kommunen im Rheinland, die den fairen Anbau von Kaffee in Bolivien, Nicaragua und Kolumbien fördern.

Begrüßung

Hallo - schön, dass du hier bist. Auf dieser Seite werden nach und nach immer wieder neue Tassen auftauchen: Trübe, braune, graue, weisse, grüne, rote, gelbe, alles was es so gibt im Sektor: Kaffee und Café. Ich freue mich, wenn jemand weiss, wo es guten Kaffee gibt und das mitteilt. Wunsch ist eine Art: »Schwarzes Brett« für »GUTEN KAFFEE GESCHMACK«